...verblühte Rhododendron-Blüten ausbrechen?

Die Blütezeit der Rhododendron ist vorbei und jedes Jahr stellt sich die Frage: Ausbrechen oder nicht ausbrechen?

Hier verfolgen die Natur und der Gartenbesitzer unterschiedliche Ziele: Die Pflanze blüht, damit sie Samen produzieren und sich vermehren kann. Dafür wendet sie einen nicht unerheblichen Teil ihrer Kräfte auf. Diese Kraft fehlt ihr an anderer Stelle, nämlich wenn es darum geht, in großer Zahl neue Triebe auszubilden. Das ist aber genau das Anliegen des Gartenliebhabers: dieser will schließlich eine schöne, dicht gewachsene und üppig blühende Pflanze haben. Damit eine Pflanze mehr als nur ein bis drei neue Triebe an jeder Zweigspitze bildet, darf sie nicht gleichzeitig Samen entwickeln, also müssen wir die verblühten Blütenstände herausbrechen.

Stellen Sie sich eine Pflanze vor, die fünf Jahre lang auf jeder Triebspitze zwei neue Triebe bildet, sie hat dann 32 Triebe (=2×2×2×2×2). Eine Pflanze, deren Blütenstände in den ersten Jahren ausgebrochen werden, entwickelt beispielsweise jeweils doppelt so viele, also vier neue Triebe und hat dann nicht etwa 64, sondern 1.024 Triebe (=4×4×4×4×4). Das ist dann eine kompakte Pflanze. Und nun stellen Sie sich auf jedem Trieb einen neuen Blütenstand vor.

Wer jetzt vor seiner zwei Meter hohen Rhododendronhecke steht, der sei beruhigt: Das Ausbrechen der Blütenstände macht Sinn, solange die Pflanzen noch klein sind. In den oberen Etagen ist es nicht mehr so wichtig, wie viele Triebe dort gebildet werden. Aus kosmetischen Gründen dürfen Sie die Blüten dann natürlich auch weiterhin ausbrechen.

Unsere Empfehlung: Bei jungen Pflanzen unbedingt die verblühten Blütenstände herausbrechen, bei älteren Pflanzen nur nach Bedarf.

Doch aufgepasst: Achten Sie beim Ausbrechen der verblühten Blütenstände darauf, dass Sie den Neuaustrieb nicht auch abbrechen.

O. Tschetsch Team Vorwerk, Freitag 19. Juni 2015, 10:13 Uhr